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ERKLÄRUNG DES ORDENSMEISTERS DES PREDIGERORDENS

ROM, 15. NOVEMBER 2007 am Fest des Heiligen Albert des Großen


Allgemeine Erklärungen zur Regel der Laien-Fraternitäten des hl. Dominikus

Um die Flamme der Tradition des Zweiges der Laien im Predigerorden neu anzufachen, wurde ein internationaler Kongress der Dominikanischen Laien-Fraternitäten durch den Generalpromotor im März 2007 nach Buenos Aires einberufen.

56 Delegationen aus der ganzen Welt nahmen daran teil. Deswegen können die Dokumente und Resolutionen, die durch sechs Kommissionen herausgegeben wurden, die die Arbeit des Kongresses darstellen und von der Generalversammlung approbiert wurden, mit Recht als die Aussage der gesamten Dominikanischen Laien angesehen werden.

Der Internationale Rat der Laien-Fraternitäten des hl. Dominikus traf sich im Juni 2007, um die endgültige Fassung der Akten des Kongresses zu redigieren. Danach wurde sie dem Ordensmeister übersandt. Aus den Resolutionen ergab sich nicht nur die Notwendigkeit einer normativen Revision der Regel, sondern auch die gute Gelegenheit, einige darin enthaltene integrative Definitionen zu erstellen, so dass Zweifel bei der Auslegung verschwinden, Gegensätze in der Gesetzgebung geklärt werden oder Lücken in der Gesetzgebung ausgefüllt werden können, und dass das durchgeführt werden kann, was die Akten und Anordnungen der Generalkapitel des Ordens bezüglich der Laien an Gesetzen vorgelegt haben.

Innerhalb der Grenzen der göttlichen, der kanonischen Gesetze und der eigenen Gesetze des Ordens, in Übereinstimmung mit dem Dominikanischen Charisma und allem, was man als passend für das Leben der Laien-Fraternitäten des hl. Dominikus ansieht, zur Ehre Gottes und zum Heil der Seelen, im Rahmen unserer Machtbefugnis

 promulgieren wir

die folgenden allgemeinen Erklärungen bezüglich der Regel der Laien-Fraternitäten des hl. Dominikus, und wir legen fest, dass nach der Veröffentlichung in der nächsten Ausgabe der Analecta Ordinis Prædicatorum und der Bekanntgabe dieser an alle Provinzpromotoren sie am 8. August 2008, dem Hochfest unseres Heiligen Vaters Dominikus, in Kraft treten, und dass sie unverzüglich und mit gutem Willen umgesetzt werden müssen.

 

ERKLÄRUNG I | Bezeichnung, Identität und Inkorporation von Mitgliedern der Laien-Fraternitäten des hl. Dominikus.

§ 1 | Laien des hl. Dominikus sind jene Gläubigen, die in der katholischen Kirche getauft oder in sie aufgenommen worden sind, die in voller Gemeinschaft mit dem Glauben, den Sakramenten und der Kirchenleitung stehen, die in einzigartiger Weise berufen sind, die Nachfolge des christlichen Lebens und die irdischen Dinge zu fördern durch das Charisma des hl. Dominikus.

Um in den Predigerorden inkorporiert zu werden, an dessen apostolischer Sendung sie vollständig teilnehmen, machen sie das Versprechen und benutzen dabei die Formel, die in der Regel enthalten ist. Nur mit dem Versprechen kann der Eintritt in den Laienzweig des Ordens, genannt Laien-Fraternitäten des hl. Dominikus, der der Jurisdiktion des Ordensmeisters und der anderen Höheren Oberen unterliegt, zustande kommen. Dem bleibenden Versprechen gehen wenigstens ein Jahr der anfänglichen Annahme und drei Jahre zeitlichen Versprechens voraus. Darüber soll es Niederschriften geben im Archiv (Register), sowohl der örtlichen Fraternität als auch im Provinzarchiv.

§ 2 | Die Formel des Versprechens, die in der Regel der Laien-Fraternitäten des hl. Dominikus enthalten und vom Hl. Stuhl approbiert ist, kann nicht gültig verwendet werden für andere Formen des Anschlusses an die Dominikanische Familie, es sei denn es sei anderswo genannt und vom Ordensmeister gewährt. Alle Rechte von Assoziationen und Bruderschaften, die nach deren eigenen Statuten geleitet werden und legitim von der zuständigen Autorität unter unterschiedlichen Titeln approbiert sind, sind formal der Dominikanischen Familie angeschlossen. Weil sie einen großen und vielgestaltigen Reichtum der Kirche und der Dominikanischen Familie darstellen, müssen alle Mitglieder der Laien-Fraternitäten ihnen eine hohe Wertschätzung entgegenbringen, im Geist der Eintracht und aktiver Zusammenarbeit, wobei man einander als Brüder und Schwestern des Hl. Dominikus anerkennt, jeder mit seinem eigenen Lebensstand und Identität.

§ 3 | Die Laien (der Fraternitäten) des hl. Dominikus werden immer einer Gemeinschaft zugeschrieben (möglichst am eigenen Wohnort oder gleichsam kirchenrechtlichen Wohnort) oder stehen wenigstens in einem ständigen Kontakt mit einem Mitglied des Provinz- bzw. Vikariats-Rates.

§ 4 | Die Gläubigen, die in besonderen Umständen leben und bei denen es deswegen nach dem Rat des Konsils der Fraternität nicht klug ist, sie zu den Versprechen zuzulassen, können gleichwohl am Leben der Fraternität teilnehmen und der ständigen Weiterbildung zur Nachfolge Christi gemäß dem Dominikanischen Charisma folgen, jeder gemäß seiner eigenen Lebenssituation, wobei die Disziplin und das Lehramt der Kirche immer und vollständig beachtet werden.

 

ERKLÄRUNG II | National- und Provinz-Direktorien (Direktorien der Länder und Provinzen.)

§ 1 | Die Bestätigung und Promulgierung der National-und/oder Provinz-Direktorien ist nicht direkt Sache des Ordensmeisters. Er kann jedoch aus gerechtem Grund die Verbesserung bereits erlassener einzelner Vorschriften befehlen. Die Provinz-Direktorien, die vom Provinzrat der Laien/Laien-Fraternitäten approbiert sind, werden ratifiziert und promulgiert durch den Provinzial mit Zustimmung seines Konsils. Die National-Direktorien, die approbiert sind vom Nationalrat der Laien/Laien-Fraternitäten in Übereinstimmung mit den jeweiligen Provinzräten der Laien/Laien-Fraternitäten, ratifiziert durch die zuständigen Provinziale mit Zustimmung der jeweiligen Konsilien, werden promulgiert von dem geschäftsführenden Vorsitzenden des //nationalen Komitees der Provinziale//.

§ 2 | Die allgemeine Erklärung Nr. 1 vom 16.2.1987 des Ordensmeisters fr. Damian Byrne wird hiermit ausdrücklich deklariert und teilweise abrogiert (zurückgenommen oder als teilweise abgeschaft erklärt) hinsichtlich des Absatzes, in dem gesagt wurde, dass die Direktorien ihn Kraft seien, wenn sie einmal vom Ordensmeister approbiert worden sind.

 

ERKLÄRUNG III | Dispens vom eigenen Gesetz

Unter dem Vorbehalt des Verbots der Dispens von Vorschriften der Regel, die mit dem göttlichen Recht oder nur kirchlichem allgemeinen Recht verbunden sind, kann nur der Ordensmeister die gesamte Dominikanische Laienschaft von den Vorschriften der Regel mit allgemeiner Dispens mit oder ohne zeitliche Begrenzung dispensieren.

Der Provinzial kann unter denselben Begrenzungen von den Vorschriften der Regel oder des Direktoriums mit besonderer Dispens für jede Gemeinschaft/Fraternität auch in einer beständigen Form ohne zeitliche Grenze dispensieren.

Der Präsident der Gemeinschaft/Fraternität kann von einer Vorschrift dispensieren, die nicht grundlegendes, göttliches oder nur kirchliches Gesetz in der Regel oder im Direktorium ist, und zwar in spezifischen Situationen und für eine begrenzte Zeit.

Die allgemeine Deklaration Nr. 3 des Ordensmeisters fr. Damian Byrne, promulgiert am 16.2.1987, wird als ausdrücklich abgeschaft erklärt.

 

ERKLÄRUNG IV | National- und Provinzial-Promotor

Es wird gewährt, dass, in teilweiser allgemeiner Dispens von Nr. 20b der Regel der Laien-Fraternitäten des hl. Dominikus ohne zeitliche Begrenzung, für das Amt des Provinzial- und/oder National-Promotors der Fraternitäten durch die zuständige Autorität nach Beratung mit dem Provinzial-National-Rat der Laien-Fraternitäten ein Bruder oder eine Nonne, die zum Orden gehören, und wo die Gelegenheit es nahe legt oder die Notwendigkeit es erfordert, eine Ordensperson, die nicht direkt unter der Jurisdiktion des Ordensmeisters steht - ein Weltkleriker, eine apostolische Schwester oder ein Laien-Dominikaner, der das endgültige Versprechen abgelegt hat - eingesetzt werden kann.

Jemand ergreift ungültig von dem oben erwähnten Amt Besitz, wenn er nicht von der Jurisdiktion des Ordensmeisters abhängig ist, nach seiner Einsetzung nicht eine Übereinkunft mit dem Provinzial und dem Promotor unterschrieben hat, und der keine schriftliche Erlaubnis von seinem eigenen zuständigen Oberen erhalten hat.

Der Provinzial- und/oder der National-Promotor hat weder aktives noch passives Stimmrecht in irgendeinem Gremium der Laien-Fraternitäten, an denen er teilnimmt.

 

ERKLÄRUNG V | Geistliche Begleiter

In Einzelsituationen, in denen es unmöglich ist, das allgemeine oder besondere Recht hinsichtlich des Geistlichen Begleiters anzuwenden, (Regel Art. 21 c; can 317, § 1,2), werden die allgemeinen Vorschriften der Dispens vor allgemeinem und eigenem Gesetz angewandt.

 

ERKLÄRUNG VI | Endgültiges Indult

§ 1 | Wenn das zeitliche Versprechen endet, falls es nicht erneuert wird, kann die Laienperson frei den Orden verlassen. Jemand, der das zeitliche Versprechen abgelegt hat - bevor es ausläuft, oder das endgültige [Versprechen], soll nicht das zeitliche Indult oder das Indult, den Orden endgültig zu verlassen, erbitten, es sei denn, nachdem er es ernsthaft vor Gott erwogen und die Hilfe der Brüder gesucht hat. Er sollte sein begründetes Gesuch dem Präsidenten der Fraternität vorlegen, der es mit seinem Votum und dem des Rates der Fraternität an den Provinzial weiterleiten wird. Das zeitliche oder endgültige Indult, wenn es einmal rechtmäßig gewährt und der betreffenden Person schriftlich mitgeteilt wurde, bringt mit sich die Dispens von der Regel und von der Beobachtung des Sonderrechtes der Laien-Fraternitäten des Hl. Dominikus.

§2 | Diejenigen, die das endgütige Indult erhalten haben - ganz gleich, wo sie darum bitten, in den Orden inkorporiert zu werden - sollen sich einer Zeit der grundlegenden Ausbildung unterziehen. Sein endgültiges Versprechen wird nur mit der Erlaubnis des Provinzials entgegengenommen, mit Zustimmung des Rates der Fraternität, der er nun zugeschrieben wird. Wenn jemand, der um Zulassung zu einer Fraternität nachsucht, das vorhergehende Indult verheimlicht, dann legt er kein gültiges Versprechen ab und seine Mitgliedschaft ist ungültig.

 

ERKLÄRUNG VII | Entlassung

§ 1 | Die Laienperson, die das zeitliche oder dauerhafte Versprechen abgelegt hat und einer schwerwiegenden Nichtbeobachtung der Regel oder des Direktoriums für schuldig befunden wird, oder wem die kirchliche Gemeinschaft fehlt (Glaube, Sakramente, Leitung), oder wer Ursache für öffentliches Ärgernis unter den Gläubigen ist, kann nach formeller Verwarnung durch den Präsidenten der Fraternität, wenn er in seinem Verhalten beharrt, auf das Ersuchen des Rats der Fraternität durch das schriftliche Dekret des Provinzials entlassen werden. Das Entlassungsdekret, einmal rechtmäßig in Schriftform erlassen und der betreffenden Person zur Kenntnis gebracht, hat den Verlust von Rechten und Pflichten, die aus dem Versprechen entspringen, zur Folge. Solch ein Dekret hat Gültigkeit für alle Dominikanischen Laien-Fraternitäten, alle gegenteiligen Handlungen sind null und nichtig.

§ 2 | Nachdem man die Lebensumstände sorgfältig evaluiert hat und wenn man Sicherheit bezüglich der Besserung gewonnen hat, kann derjenige, der entlassen worden ist, wieder in den Orden inkorporiert werden unter denselben Bedingungen, was die Gültigkeit betrifft, siehe Erklärung VI § 2.

§ 3 | Gegen die oben erwähnten Dekrete ist es immer möglich, Rekurs beim Ordensmeister einzulegen.

 

Gegeben zu Rom, am 15. November 2007, dem Fest des Hl. Albert des Großen.

Fr. Carlos A. Azpiroz Costa OP
Ordensmeister

Fr. Christophe Holzer OP
Sekretär

 


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