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Bearbeiter Herr Bernd Schnitter OP
E-Mail bernd@schnitter.email


HEILIGER DOMINIKUS

Heiliger Dominikus
Foto: Ältestestes bekanntes Bildnis des hl. Dominikus (unbekannter Maler; 14. Jh.) aus der Sankt Dominikus-Basilika in Bologna (Italien).
Gedenktag 8. August -  HOCHFEST 
Geboren * ca. 1173
Gestorben † 6. August 1221
Stand Priester, Ordensgründer
Kanonisation Heiliggesprochen durch Papst Gregor IX. am 3. Juli 1234
Attribute Dominikanerhabit mit Stern, Hund mit Fackel im Maul
Patronate von Bologna, Madrid und Cordoba; der Schneider; gegen Fieber und Hagel
   

Bericht aus dem 'Directorium Spirituale'¹

Der Dominikanerorden kann heuer [2016] sein achthundertjähriges Bestehen feiern. In unserer schnelllebigen Zivilisation mit rasch wechselnden Institutionen ist ein so langer Zeitraum nicht nur ein Grund zu staunen und zu danken, sondern auch Anlass, sich mit der Gestalt des Gründers zu beschäftigen, wie dies Papst Benedikt XVI. bei der Generalaudienz am 3. Februar 2010 gezeigt hat.

Hier weist er darauf hin, dass im Text eines Gebetes des sel. Jordan von Sachsen, dem Nachfolger in der Ordensleitung, ein klares Bild des hl. Dominikus gezeichnet wird: «Vom Eifer für Gott und von übernatürlicher Glut entflammt, hast du dich durch deine grenzenlose Liebe und Begeisterung mit dem Gelübde der ständigen Armut voll Innigkeit und gänzlich dem apostolischen Gehorsam und der Verkündigung des Evangeliums geweiht.»

Eines der grundlegenden Merkmale des hl. Dominikus war, dass er »immer von und mit Gott gesprochen hat». Papst Benedikt XVI. führte dazu aus: »Im Leben der Heiligen stimmen die Liebe zum Herrn und die Liebe zum Nächsten, das Streben nach der Ehre Gottes und nach dem Heil der Seelen immer überein.»

Schon als Student zeichnete sich der aus altkastilischer Familie stammende Dominikus de Guzmán durch sein großes Interesse für das Studium der Heiligen Schrift und durch die Liebe zu den Armen aus. Nach seiner Priesterweihe wirkte er zunächst als Kanoniker des Kathedralkapitels seiner Heimatdiözese Osma. Sein Bischof bemerkte bald die hohen geistlichen Qualitäten des jungen Kanonikers und zog in bei verschiedenen diplomatischen Aufgaben als Mitarbeiter heran. Dominikus erkannte jedoch rasch die für die Kirche seiner Zeit weit wichtigeren Aufgaben: Missionstätigkeit und Neuevangelisierung.

Vom Papst vor allem mit der Verkündigung bei den Albigensern - einer häretischen Gruppe - in Südfrankreich betraut, wirkte er als Prediger mit dem Ziel, die 'amtliche Glaubensverkündigung' zum Auftrag einer eigens dafür zu gründenden Ordensgemeinschaft werden zu lassen, «seines Predigerordens«.

Die Predigt war zu dieser Zeit das Privileg der Bischöfe und Dominikus benötigte für sein Werk die päpstliche Beauftragung, die ihm die Päpste Innozenz III. und Honorius III. in den Jahren 1216 und 1217 bestätigten.

Dieser neue «ordo prædicatorum» wird in der ältesten Ordensverfassung aus dem Jahre 1220 folgendermaßen definiert: «Unser Orden ist bekanntlich von Anfang an eigens um der Predigt und des Heils der Menschen willen gegründet worden.»

Dominikus hatte 1215 mit zwei Gefährten in Toulouse ein Leben in Gemeinschaft begonnen. Nach der päpstlichen Bestätigung waren es bereits 17 Brüder, die von ihm nach Paris, Bologna und Spanien gesandt wurden, um zu studieren, neue Konvente zu gründen und das Evangelium zu verkünden.

Bereits hier wird erkennbar, dass Dominikus die Verbindung mit den Zentren des kulturellen Lebens suchte und an Orten mit berühmten Schulen Konvente gründete, um den Kontakt mit den Universitäten herzustellen. Damit wird das Ethos einer neuen aus den aufsteigenden sozialen Schichten und an die Schulen drängenden geistigen Eliten im dominikanischen Programm aufgegriffen.

Beim ersten Generalkapitel 1220 in Bologna kamen bereits 30 Deligierte zusammen und als Dominikus 1221 starb, umfasste der Orden circa 300 Brüder in 20 Konventen.

Bei seiner Heiligsprechung im Jahr 1234 wurden nach den Worten von Papst Benedikt XVI. zwei unverzichtbare Elemente herausgestellt, die notwendig sind, um jedes Apostolat wirksam zu gestalten. Dazu gehört die von Dominikus so aufmerksam gepflegte Marienverehrung, die er seinen geistlichen Kindern als kostbares Erbe hinterließ, die es dann vor allem durch die Verbreitung des Rosenkranzgebetes weiter entfalteten. Zweitens glaubte Dominikus, der sich auch um einige Frauenklöster in Frankreich und in Rom kümmerte, zutiefst an den Wert des Gebetes für eine erfolgreiche apostolische Arbeit.

Papst Benedikt XVI. brachte dies mit den folgenden Worten zum Ausdruck: «Erst im Paradies werden wir begreifen, wie wirksam das Gebet der Klausurschwestern das apostolische Handeln begleitet! An jede von ihnen denke ich voller Dankbarkeit und Zuneigung.»

(...)

Quelle: Benedikt XVI., Lehrer des Glaubens, Illertissen 2012 und Marienlexikon, Bd. II, St. Ottilien 1989


Bericht aus 'Dominikanisches Stundenbuch - Proprium der Heiligen'²

Dominikus wurde um 1173 in Caleruega in Spanien geboren. Als er sieben Jahre alt war, übergaben ihn seine Eltern einem Onkel, der Priester war, zur geistlichen Erziehung und zur Vorbereitung auf seine Studien. Mit 14 Jahren begann er das Studium der ‚Freien Künste‘ und der Theologie in Palencia. 1196 empfing er die Priesterweihe. Diego, der Prior des Kapitels und spätere Bischof von Osma, nahm ihn in das Domkapitel auf. Hier führte Dominikus ein klösterliches Gemeinschaftsleben. 1201 wurde er Supprior des Kapitels.

Als Reisebegleiter seines Bischofs begegnete Dominikus in Südfrankreich der Irrlehre der Katharer und Waldenser. Zusammen mit seinem Bischof entschloss sich Dominikus im Jahre 1206, als Wanderprediger das Evangelium Jesu Christi zu verkünden. Er predigte in Demut und Armut, durch sein Wort und Beispiel. Um das apostolische Leben zu unterstützen, gründete er 1206 ein Kloster für kontemplative Schwestern in Prouilhe.

Nach dem Tod Diegos Ende des Jahres 1207 blieb er in Südfrankreich. In den folgenden Jahren schlossen sich ihm einige Gefährten an, die sich wie er der apostolischen Wanderpredigt widmen wollten, um den Glauben zu verkünden und viele Menschen zur Kirche zurückzuführen.

1215 gründete Dominikus in Toulouse die Gemeinschaft der Predigerbrüder. Mit seiner Gründung wollte er eine Antwort geben auf die tiefgreifende Krise der Kirche zu Beginn des 13. Jh. Er griff die radikalen Ideen der Kritiker der Kirche mit ihren Forderungen nach Armut und Wanderpredigt auf und gab ihnen einen Platz in der Kirche. Das ‚apostolische Leben‘ sollte die Brüder frei machen für die Arbeit als Prediger und Lehrer. Verkündigung und Predigt, die aus der Verbindung von Kontemplation und Studium erwachsen, sollten das Ziel seines Ordens sein. Thomas von Aquin formulierte später: Contemplari et contemplata aliis tradere – In der Kontemplation leben und anderen die Früchte weitergeben.

Dominikus liebte es, seine Lebensform mit den Worten zu umschreiben: Mit Gott oder von Gott sprechen – mit Gott in Gebet, Betrachtung, Studium und klösterlichem Leben, von Gott in Predigt, Lehre und Apostolat.

Am 22. Dezember 1216 nahm Papst Honorius III. die Gemeinschaft des Dominikus unter seinen Schutz und bestätigte ihre Lebensordnung nach der Regel des hl. Augustinus. In einer Bulle aus dem Jahr 1217 erkannte der Papst den universalen Charakter des Ordens an, bestätigte Namen und Auftrag der Predigerbrüder und empfahl‚ die Brüder des Predigerordens‘ allen Bischöfen.

Am 15. August 1217 sandte Dominikus seine Brüder von Toulouse aus in die großen Städte der damaligen Zeit: nach Paris, Rom, Bologna und nach Spanien. Dank des rastlosen Einsatzes des Dominikus und seiner Brüder verbreitete sich der Orden innerhalb von fünf Jahren in ganz Europa.

Auf den Generalkapiteln 1220 und 1221 in Bologna legte er mit seinen Brüdern die Grundlage der Verfassung des Ordens, die von seinem ersten Nachfolger, dem sel. Jordan von Sachsen, in eine feste Form gebracht wurde. Die kluge und ausgewogene Gesetzgebung des hl. Dominikus hat sich im Laufe der Jahrhunderte bewährt und gilt in ihren Grundzügen bis heute.

Dominikus starb am 6. August 1221 im Konvent von Bologna. Papst Gregor IX. hat ihn am 3. Juli 1234 in Rieti heiliggesprochen.


Verweise und Materialien

Ökumenisches Heiligenlexikon

Wikipedia

Dominikus - Sein Beispiel heute


Fussnoten

¹ Directorium Spirituale, Hrsg. Bischöflicher Stuhl, Regensburg, August 2016, Seiten 13/14

² Proprium des Predigerordens, EOS Verlag Erzabtei St. Ottilien, 1991, ISBN 3-88096-669-9


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