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EIN WEITERER BILDUNGSKURS FÜR DIE CHRISTEN
IM ORDEN DES HEILIGEN DOMINIKUS

Vorwort

I.   Ordo - Die Ordnung
     I.1.   Leben in der Kirche
     I.2.   Teilnahme am sakramentalen Leben der Kirche
     I.3.   Die Dominikanische Laien-Fraternität (der 'Dritte Orden')

II.  Prædicatorum - Hl. Dominikus
     II.1.  Evangelium
     II.2.  Armut
     II.3.  Predigt
     II.4.  Gebet
     II.5.  Anspruch und Wirklichkeit

III. Laici - Das Weltliche
     III.1. Weltcharakter
     III.2. Gemeinsames Charisma
     III.3. Präsenz in der Welt - oder doch nur devotionale Gebetstruppe der Brüder?
     III.4. Gerechtigkeit und Frieden, Ehrfurcht vor der Schöpfung
     III.5. Apostolat in Ehe und Familie
     III.6. Evangelisierung

 


 

Vorwort

Verfahren der dominikanischen Laienschaft dauern endlos. Zum Einen, weil neben Familie und Beruf die Belange der Fraternitäten 'nebenbei' absolviert werden müssen, zum Anderen, weil Abstimmungsprozesse, insbesonder bei nationaler oder gar weltweiter Beteiligung, nun einmal ihre Zeit brauchen.

Die Notwendigkeit nach Ausbildung der Christen im Orden des heiligen Dominikus PROP lag stets auf der Hand, zudem das Studium Teil der Ordens⇒observanz ist. Ihre Umsetzung brauchte indes Jahrzehnte, und der internationale Beschluss darüber (2007) wurde weitere vier Jahre später in das erste regionale Direktorium (der Teutonia, 2011) übertragen. Die Überschriften waren endlich gefunden, eine Ausarbeitung der einzelnen Inhalte des Themenkatalogs gibt es offiziell auch weitere sechs Jahre später, zehn Jahre nach dem II. Weltkongress der dominikanischen Laien in Buenos Aires, immer noch nicht.

Als Übergangslösung entwickle ich - eng an den im Direktorium vorgegebenen Themenkatalog - eine Formation, die Ausbildung zukünftiger Ordensmitglieder im Laienstand. Bei dieser Arbeit fiel auf, dass zwar jedes Thema seine Bedeutung und Notwendigkeit hat, die Ordnung und Herangehensweise mir aber pädagogisch wenig plausibel scheint.

Mir kommt es so vor, als bemühte man sich eine Grundausbildung zu adaptieren, die nahe an der Ausbildung der Brüder angelehnt ist. Das muss nicht schlecht sein, verkennt aber, dass die Brüder sozusagen berufsmäßig geprägt werden, wir Laien aber eine grundsätzlich praktischere Intention leben. So ist also auch unsere Berufung eine andere.

Ich möchte zur Veranschaulichung eine Analogie bemühen. Nämlich die des Notfallsanitäters und des Notarztes. Der erste macht eine dreijährige Berufsausbildung, der andere ein deutlich mehrjähriges Studium. Der Sanitäter lernt, was er für die Praxis braucht. Der Arzt lernt noch viel mehr. Er muss die Zusammensetzung der Zellen kennen, der Sani muss lernen, wie er mittels Druckmassage ein Herz wieder zum schlagen bringt, braucht aber dazu das weitere Wissen des Arztes über die Zellen nicht notwendigerweise.

So scheint es mir ähnlich mit den weltlichen Ordenslaien und den geistlichen Ordensleuten. Letztere wissen durch ihre (theologische) Formation und Studium die Einzelheiten, die weltlichen Mitglieder indes brauchen dies alles nicht notwendigerweise um zu wissen, wie sie das Herz des Menschen reanimieren, es nach dem Vorbild des heiligen Dominikus wieder zur Nachfolge Jesu schlagen lassen.

Deshalb schien es mir nützlich, einen alternativen Bildungskurs auszuarbeiten, der mir näher an den Bedürfnissen und dem Verständnis der weltlich-christlichen Laienprägung ist, die so anders ist von der notwenigen Ausbildung des I. und II. Ordens, nämlich kürzer und einfacher, aber eben 'praktischer'.

In Gliederung und Aufbau habe ich mich vom Bildungskurs der weltlichen Ordenschristen in der franziskanischen Familie inspirieren lassen. Alle Teile haben den gleichen Aufbau: Einführung, Texte der Heiligen Schrift, Texte aus dominikanischen Quellen, Texte aus den Grundlagen der dominikanischen Laien-Fraternitäten, Texte des kirchlichen Lehramtes, Impulsfragen (auch selbstkritische) und - last but not least - dem Gebet.

In diesem Verstehen und der notwendigen geistigen Begleitung war mir Zuzanna Niedenthal OFS eine große Hilfe. Für diese franziskanisch-dominikanische Zusammenarbeit bin ich von Herzen dankbar. Sie hat übrigens ihr hohes Vorbild. Aber dazu an anderer Stelle mehr.

Der im Direktorium vorgeschriebene Themenkatalog (§ 8/9) ist jedenfalls so anspruchsvoll, weil 'technokratisch', dass mir in der Einleitung ein Hinweis auf erforderliches katholisches Grundwissen unbedingt notwendig schien; man kennt ja die derzeitige pastorale Situation. Auf Belehrungen dieser Art kann dieser 'Bildungskurs' verzichten. Denn er versucht, das Praktische im Dominikanischen aufzuzeigen.
Als Dominikus zu den Katharer, Waldenser und Albigienser ging, fragte er da nach der hohen theologischen Schulung? 

Mögen die einen besser erklären, warum ein Herz schlägt, warum dann wieder nicht, und was zu unternehmen wäre - die in physische Arbeit ausartende, praktische Tat erledigt indes der Sanitäter. Ist dieses Rollenmodell nicht irgendwie auch auf unsere Situation übertragbar?

Hamburg, 5. Mai 2017 am Gedenktag des Hl. Vinzenz Ferrer

In Dominikus, Ihr
Bernd Schnitter OP

 

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird nachfolgend zumeist die männliche Version von Begriffen und Titeln aufgeführt. Und mit solchem Unsinn wie geschlechtsneutralen Formulierungen fangen wir gar nicht erst an.

 


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